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„Rotes Sofa“ mit Janko Lauenberger

Am Dienstag, dem 26. Februar, nahm der Berliner Jazzgitarrist Janko Lauenberger Platz auf dem „Roten Sofa“ im Abgeordnetenbüro Kittler/Schmidt. Lauenberger, 1976 in Berlin geboren, ist verwandt mit Unku aus dem Buch Ede und Unku – Pflichtlektüre an den Schulen in der DDR – von Grete Weiskopf (alias Alex Wedding). Unku heißt eigentlich Erna Lauenburger und war die Cousine von Janko Lauenbergers Großmutter Helene „Kaula“ Ansin. Erna Lauenburger wurde von den Nazis mit Anfang 20 nach Auschwitz deportiert und dort mit ihren Kindern und vielen ihrer Verwandten ermordet. Helene Ansin überlebte als einzige der erwähnten Sinti in Ede und Unku den Nationalsozialismus. Seine Familiengeschichte hielt Lauenberger zusammen mit Juliane von Wedemeyer im 2018 erschienenen Buch Ede und Unku - die wahre Geschichte: Das Schicksal einer Sinti-Familie von der Weimarer Republik bis heute fest. Warum Janko Lauenberger heute nicht auch Lauenburger heißt, hat einen simplen Hintergrund: Ein Standesbeamter nahm es mit der Schreibweise nicht so genau. Zur Romanfigur Ede haben Lauenberger und von Wedemeyer keine Spuren gefunden.

Manuela Schmidt und Janko Lauenberger lernten sich bei einer Veranstaltung am Ort der Erinnerung an das Zwangslager Marzahn kennen. Im Gespräch beschrieb Lauenberger die Entstehung des Buches als ein Zusammenspiel von Materialien aus Akten, Erzählungen der Alten in der Familie und vorhandenen Aufzeichnungen anderer Schriftsteller. Lauenberger sagt, dass seine Großeltern und auch seine Eltern nicht viel von der erlebten Verfolgung und Ermordung in der Zeit des Nationalsozialismus erzählten. Die Kinder und Enkel sollten geschützt werden.

In der DDR erlebte Lauenberger zwar rassistische Anfeindungen in der Schule, staatlicherseits erfuhr er aber keine direkten Repressionen. Nur die kurze Episode in einem Heim für Schwererziehbare trüben die Erinnerungen. Durch die Anfeindungen in der Schule kam es öfter zu Rangeleien auf dem Schulhof, die schließlich das Jugendamt auf den Plan riefen. Im Alter von 10 Jahren lebte Lauenberger 7 Monate im Heim. Hinzu kam, dass seine Familie einen Ausreiseantrag gestellt hatte. Geholfen hat schließlich ein Brief an Margot Honecker. Auch Reimar Gilsenbach – bekannter unabhängiger DDR-Umwelt- und Friedensaktivist half Lauenberger und schrieb auch eine Reportage über die Familie. Ohne Gilsenbach würde es auch den Gedenkstein auf dem Marzahner Parkfriedhof nicht geben.

Zur Musik kam Lauenberger im Alter von sechs Jahren, als er die ersten Griffe auf der Gitarre von seinem Vater – auch Musiker – lernte. Die Schulferien verbrachte er oft bei Verwandten in Halle, die dort Fahrgeschäfte auf dem Rummel führten. Nach stundenlangen Freifahrten wurde am Abend Musik gemacht, was ihn nachhaltig prägte. Heute macht Janko Lauenberger Musik mit bekannten Jazzmusikern Deutschlands und in Formationen wie Sinti Swing Berlin oder Radio Django.

Etwas wehmütig blickt Lauenberger auf die Zeit in den 80er und 90er Jahren in Berlin zurück. „Die Blicke waren weicher“, sagt er. Heute seien die Blicke härter, gerade für Menschen mit dunkler Haut. Die 13 Jahre in der DDR waren im Rückblick eine tolle Zeit, erzählt Lauenberger. Aus dieser Zeit habe er noch viele Freunde.

Wichtig ist Janko Lauenberger, dass die diskriminierende Fremdbezeichnung „Zigeuner“ wegkommt. Heute gebe es auch Bestrebungen einen Namen für alle Sinti und Roma zu finden, die in den anderen europäischen Staaten auch noch anders bezeichnet werden. Lauenberger hätte nichts dagegen auch als Roma bezeichnet zu werden.

Thomas Braune
Persönlicher Referent


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