82. Rotes Sofa: Lesung und Gespräch mit Prof. Dr. Wolf R. Eisentraut

Manuela Schmidt

Zum 82. Roten Sofa durften wir am vergangenen Donnerstag den Architekten Wolf R. Eisentraut begrüßen. Eisentraut war unter anderem in den 1970er-Jahren an der Entwicklung der berühmten DDR-Wohnungsbauserie 70 (WBS 70) beteiligt und arbeitete später an den Entwürfen zum Palast der Republik mit. In Marzahn zeichnet Eisentraut mitverantwortlich für das Rathaus am Helene-Weigel-Platz, das Freizeitforum und die Ringkolonnaden.

Beim Roten Sofa las Eisentraut einige Passagen aus seinem kürzlich veröffentlichten autobiografischen Bildband mit dem Titel Zweifach war des Bauens Lust. »Das Buch ist keine konventionelle Autobiografie«, betonte der Autor. »Es folgt zwar meiner Lebensgeschichte, aber behandelt immer wieder auch allgemeinere Fragen: Fragen der Architekturgeschichte und der politischen Zeitgeschichte.« Und davon konnten die Besucherinnen und Besucher des Roten Sofas sich gleich selbst ein Bild machen: Eisentraut gab nicht nur kurzweilige Anekdoten aus seiner Architektenlaufbahn zum Besten, sondern teilte auch seine daran anschließenden Überlegungen: Was bedeutet es, wenn nicht Einzelpersonen, sondern Planungskollektive die Verantwortung für ein Bauprojekt übernehmen? Wie kann es gelingen, der seriellen Bauweise ein Maximum an Individualität und Sensibilität für die Bauumgebung abzuringen?

Im Anschluss stellte Eisentraut sich den Fragen des Publikums und ging dabei auch auf die aktuellen Investoren-Baupläne rund um den Helene-Weigel-Platz ein.